Chris26
Gland, Schweiz78%
1. Lage:
Das Shangri-La Bangkok liegt in Silom-Riverside, also direkt am Chao Praya (Menam), nicht weit von der Saphan Thaksin Bridge bzw. dem gleichnamigen Pier (Bootsanlagestelle) 89 Soi Wat Suan Plu, New Road, Bangrak, Bangkok 10500. Vom Flughafen aus erreicht man das Hotel je nach Uhrzeit und Verkehrslage in ca. 30-45 Minuten (via Tollway) mit dem Taxi (bzw. der Hotellimousine). Das Hotel rühmt sich auch quasi als das einzige 5-Sterne Hotel am Chao Praya mit unmittelbarem Skytrainzugang, aber das trifft eigentlich nur auf den neuen Flügel, den Krung Thep Wing mit eigenem Eingang, zu. Vom Haupthaus ist man zu Fuß schon ca. 10-15 Minuten unterwegs, bis man zum BTS Saphan Thaksin gelangt. Trotzdem ist die Lage natürlich insofern näher zum Skytrain als von den benachbarten großen Hotels aus (Oriental, Royal Orchid Sheraton etc.). Der Blick auf den Chao Phraya vom Hotel aus (insbesondere von der Lobby im Main Wing bzw. von den Riverview Zimmern) ist natürlich super, aber der Krung Thep Wing soll leider auch recht laut sein (bedingt durch die nahe Hochbrücke mit starkem Autoverkehr) zumindest wenn man auf dem Balkon ist.
2. Klassifikation/Gebäude:
Als Teil der (Hong Kong-basierten) Shangri-La-Kette ist das Shangri La Bangkok ein internationales 5-Sterne-Hotel.
Das Hotel selbst ist an sich ein rechter Klotz, also wohl Ende der 70er oder Anfang der 80er hochgezogen (?), aber durch die leichte Wölbung immerhin halbwegs angenehm anzuschauen (siehe Floorplan). Das Hotel (mit dem Nebenflügel) hat insgesamt über 700 Zimmer und der Main Wing verfügt über etwa 25 Stockwerke (geschätzt, weiß nicht mehr genau), der Krung Thep Wing ist etwas kleiner.
3. Zimmer:
Das Shangri-La Bangkok hat eine Riesenzahl unterschiedlicher Zimmerkategorien... wie fast kein anderes Hotel, das ich bisher besucht habe. Man braucht sich nur auf der Homepage (s.u.) die Tabelle Guest Room Guide anzeigen lassen, und schon kriegt man eine bildschirmfüllende Tabelle mit den technischen Daten aller Zimmerkategorien. Ich hab gerade mal gezählt, und so kann man sich unter 14 Zimmerarten seine gewünschte (und finanzierbare) Art raussuchen. Geht los beim Superior Room mit 34qm, dann folgt der Superior River View Room (34qm), dann Executive River View Room (34qm) usw., bis man zu den Horizon Club-Zimmern kommt (bessere Ausstattung, Loungezugang), gefolgt von den Suiten. Von den 14 Zimmertypen gibt es 4 für den (in den Standardzimmern teureren und neueren) Krung Thep Wing, die dort ab 44qm losgehen und alle über einen Balkon verfügen. Es fällt auf, das offenbar nur ein kleinerer Teil der Zimmer auch über ein Balkon verfügt, nämlich die Deluxe Balcony River View-Zimmer (Main Wing) und wie angesprochen alle Zimmer im Krung Thep Wing. Auf Nachfrage erhielt ich aber noch die Information, dass es wohl auch ein paar Zimmer im Horizon Club mit Balkon gibt. Über meine Internetbuchung habe ich nur ein Standardzimmer (Superior) gebucht, wobei man als Mitglied in deren Hotelprogramm Golden Circle (auch im Basismodus) in der Regel zumindest 1 Stufe Gratis-Upgrade bekommt. Im Vorfeld hatte ich aber bereits nach einem Zimmer mit Balkon gefragt, und stieg so letzten Endes im Deluxe Balcony River View-Zimmer im Main Wing ab. Dieses Zimmer bietet schon laut Guest Room Guide 40qm, ist also 6 qm größer als die meisten der Standard- und Club-Zimmer, wobei ich fürchtete, dass die Balkonfläche auf die Zimmergröße angerechnet würde. Dem war aber nicht so. Das Zimmer war wirklich sehr groß (siehe Fotos), man gelangt über einen kleinen Flurbereich, von dem das Badezimmer abgeht, in einen sehr großen Wohn-/Schlafraum. Trotz des riesigen King-Size-Bettes und einer Sitzecke mit Couch bot das Zimmer immer noch reichlich Luft (sprich: Platz). Der Balkon war zwar nicht sonderlich groß (es reichte gerade mal für die zwei Balkonstühle und einen kleinen Tisch), bot aber einen schönen Blick auf den Chao Phraya. Da diese Zimmer an der schmalen Seite des Hotelgebäudes angeordnet waren, gab es auch nur 2 oder 3 direkte Nachbarzimmer, wobei man auch hier durch die Wölbung des Gebäudes vom Balkon aus nicht mal den Balkon der Nachbarzimmer sehen konnte. Sehr angenehm.
Zur Begrüßung stand schon der übliche Früchtekorb auf dem Couchtisch mit einem Begrüßungsschreiben des Hotelmanagers (offensichtlich ein Deutscher) und eine Schale mit den EXTREM LECKEREN hausgemachten Pralinés (mmmh! Ich bin ja sonst nicht so ein Süßer im Sinne von Schokoladenverzehr -, aber diese Pralinen waren wirklich unschlagbar!) siehe Foto.
Der Fernseher war ein recht neues Modell mit Flachbildröhre und ca. 63cm Bilddiagonale, also ganz ordentlich. Bot natürlich auch die übliche Auswahl internationaler Programme mit HBO und Star Movies (und Pay-TV). Der Schreibtisch war ausreichend groß (mit Internetanschluss) und bot einen ergonomischen, bequemen Schreibtischstuhl. Die dem Fenster gegenüberliegende Wand (hinter dem Bett) war komplett mit einem großen Einbauschrank mit Schiebetüren und großflächiger Verspiegelung verdeckt. Im Schrank u. a. ein programmierbarer Safe, Bademäntel/-schlappen, Regenschirm, Schutzputzzeug und ein Bügeleisen mit Bügelbrett. Rechts vom Schrank war die regalhohe Minibar installiert, mit Kaffee-/Teezubereiter (Wasserkocher) und den üblichen Getränken sowie gratis Drinking Water. Preisniveau auf dem üblichen gehobenen Hotelniveau für Bangkok, aber für unsereins immer noch finanzierbar (Singha Bier ca. 150 Baht, also ca. 3 Euro) wenn man das mit dem Preisniveau von Hotels in Deutschland vergleicht.
Das Badezimmer war ausreichend groß, große Spiegelflächen sorgten für einen räumlichen Effekt. Über der Toilette war so eine kleine Stufe in der Kachelung, darüber ein Bild, das wirkte schon recht elegant. Leider gabs keine separate Dusche, sondern nur eine Wanne mit integrierter Dusche. Die Badeutensilien waren dem Hausstandard angemessen und reichlich vorhanden, ebenso die diversen Bade- und Handtücher. Dazwischen immer überall ein paar dekorative Lotusblüten verteilt.
Generell merkte man dem Zimmer schon ein gewisses Alter an (in der Dekoration und dem Badezimmer), aber dennoch war alles topsauber und gepflegt, alles funktionierte. Dennoch ist diese Zimmerart also doch noch nicht grundrenoviert, wie z. B. die Executive oder Horizon Club Zimmer (siehe auch die Bilder auf deren Homepage). Ist halt auch ne Frage, was man will, ein großes Zimmer mit Balkon oder komplett neue moderne Einrichtung in einem kleineren Zimmer (oder man zahlt deutlich mehr für ein entsprechendes Zimmer in dieser Größe). Mir wäre es den Aufpreis nicht unbedingt wert, ich habe mich auch in diesem alten Zimmer sehr wohl gefühlt.
4. Hoteleinrichtungen/Restau rant/Frühstück:
Das Hotel bietet der Größe entsprechend rund 9 Restaurants/Bars/Cafés, wovon ein Teil davon auch Außensitzflächen am Fluss bzw. an einem der beiden Pools bietet. Darunter kann man unter internationaler Küche, japanischer oder italienischer sowie chinesischer Küche wählen. Das Preisniveau dort erahnend, habe ich aber Abstand genommen, dort zu essen (zumal Bangkok genug günstiger guter Restaurants außerhalb bietet). Frühstück war zwar für mich als Golden Circle-Mitglied (also unbedingt Mitglied dort werden, auch als Base Member kriegt man gratis Frühstück) enthalten, aber bedingt durch längeres Schlafen am Morgen hab ichs zeitlich nie auf die Reihe bekommen, dort auch zu frühstücken ;-). (Sah aber gut aus, das Buffet, konnte es vom Balkon aus sehen g). Frühstück auf dem Zimmer wird natürlich gegen Aufpreis auch angeboten.
Im Shangri-La findet man einen großen (ebenfalls leicht geschwungenen) Pool mit diversen Liegemöglichkeiten drumrum, begrenzt von schönen Gartenanlagen und ein paar Palmen, mit Blick auf die braune Brühe des Chao Phraya. Neben diesem großen Pool des Haupthauses kann man aber auch auch als Main-Wing-Gast den etwas ruhigeren und etwas kleineren Pool des Krung Thep Wings nutzen (hab ich aber nicht gemacht, war zu faul für die Lauferei ;-) ). Ansonsten gibts halt noch Fitness Center, Spa und Business Center, einige Shops etc., das übliche eben.
5. Servicelevel:
Obwohl ich bisher schon die reinsten Lobeshymnen auf das Shangri-La vernommen hatte (sogar Stimmen, die sagten, dass man im Shangri-La den gleichen Service wie im legendären Oriental bekäme, nur zu einem geringeren Preis...), erwartete ich mir zwar guten Service, aber ich konnte mir nicht vorstellen, dass der ohnehin hohe Servicelevel anderer 5-Sterne-Hotels von Bangkok dort noch übertroffen werden könnte. Jedoch muss ich zugestehen, dass man im Shangri-La in der Tat versuchte, noch einen Touch von mehr Service anzubieten, und ich muss sagen, das ist schon gelungen. Obwohl das Shangri-La nun ein Riesenkasten mit über 700 Zimmern ist, hatte ich nie das Gefühl, einer von Hunderten von Gästen zu sein, sondern immer persönlich als wichtiger Gast gesehen zu werden (also zumindest den Eindruck könnte man bekommen). Das ist natürlich sicher nicht wahr, sondern Shangri-La schafft das einfach durch eine Heerschar von Angestellten, die sich alle um die Gäste kümmern, diesen Eindruck zu vermitteln. Also das Einchecken ging zügig über die Bühne (war erstaunlicherweise auch nicht arg viel los bei der Rezeption um 8 Uhr morgens), meine Papiere waren schon vorbereitet, musste nur unterschreiben, die Pässe und Kreditkarte rüberreichen, während meine Koffer schon auf dem Weg ins Zimmer waren. Ein early check-in war also kein Problem. Zum Zimmer mussten wir allerdings alleine schlurfen (nicht wie z. B. im Marriott Resort, im Sheraton Grande, dem Banyan Tree oder dem JW Marriott, wo man persönlich aufs Zimmer geleitet wird), aber das macht mir persönlich nichts aus. Man kanns auch manchmal übertreiben mit dem Service. Im Zimmer lag schon wie oben beschrieben das Begrüßungsschreiben, die Pralinen und der Früchtekorb, und die Koffer waren sogar auch schon vor uns da. Wirklich ruck-zuck, kann man nicht meckern. 5 Minuten nach dem Beziehen des Zimmers klopfte es schon an der Tür, und zwei Welcome Drinks wurden noch serviert. Nett und lecker! Kaum den Welcome Drink runtergeschluckt, klingelte das Telefon die Dame von den Guest Relations erkundigte sich, ob wir mit dem Zimmer zufrieden wären, und ob wir sonst noch Wünsche oder Anmerkungen hätten (hatten wir nicht). Einen Tag vor Abreise klingelte nachmittags unverhoffterweise wieder das Telefon, wieder die Dame von den Guest Relations, ob denn alles zur Zufriedenheit wäre, und ob sie denn einen Fragebogen vorbeibringen dürfte (sie durfte sie schob ihn aber dann doch nur unter der Tür durch ;-) ). Also es war mir schon FAST ein bisschen zuviel persönlichen Service, fast! Aber es ist ja wohl gutgemeint ;-). Kaum zuhause wieder in Deutschland angekommen, war übrigens schon ein Brief im Postkasten, vom Shangri-La mit bestem Dank und vielen Grüßen etc. usw. Also für ein 700-Zimmer-Hotel schaffen sie es schon ganz gut, einem den Eindruck rüberzubringen, als wäre man nicht nur einer von Hunderten von Gästen vom Fließband...;-).
An kostenpflichtigen Servicediensten kann man natürlich von der ganzen Palette, die ein 5-Sterne-Hotel in Bangkok üblicherweise anbietet, Gebrauch machen, vom Ticketservice, Limousinenservice, Shopping-Companion-Guide (jemand vom Hotel geht mit einem einkaufen... wers braucht..) etc. alles natürlich gegen entsprechende Aufwandsenschädigung.
6. Preisniveau:
Nun ja, das Preisniveau... ähem... nicht gerade billig! Zu offiziellen Preisen zumindest. Das billigste offizielle Angebot für November 2004 geht da bei 210 US-Dollar die Nacht für einen Executive River View Room los (Corp-Rate)... Schluck! Grundsätzlich ohne Frühstück natürlich, die Standardzimmer werden in der Liste dort gerade nicht aufgeführt, na ja, die werden wohl eher an Reisegesellschaften im Bündel verkauft. Also 210 Dollar die Nacht für eine Nacht in einem Hotel in Bangkok ist schon ziemlich teuer, gell!? ;-) Für meinen schönen Balkony-Room hätte ich da rund 300 Dollar die Nacht hingeblättert. Über eine andere Internetseite hatte ich zum Glück nur etwa 80 Euro bezahlt.
7. Golden Circle Programm:
Ein paar Sätze zum Golden Circle Programm möchte ich hier noch zum besten bringen. Im Gegensatz zu den meisten anderen Hotelprogrammen wie Marriott Rewards, Starwood PG etc. kriegt man beim Golden Circle Programm keinerlei Punkte, die man dann für Upgrades oder kostenlose Zimmer einlösen kann! Nöö, nüscht! Dafür wird man aber schon als Base Member gut behandelt und bekommt gratis Frühstück und in der Regel eine Stufe Gratis-Upgrade. Alle Golden Circle Mitglieder können auch ein Instant suite upgrade beim Check-In beantragen (abhängig von Verfügbarkeit), und falls eine Suite frei ist, kann man dann zu vorher je nach Hotel festgelegten verbilligten Upgradepreisen zwischen 25 und 75 Dollar die Nacht (extra) in eine Suite einziehen. Fürs Bangkok Shangri-La sind das 50 Dollar die Nacht, also immer noch ein guter Deal, aber ich brauchte keine Suite. Im Status aufsteigen kann man im Golden Circle nach 25 Nächten als erste Elitestufe, mit mehr Vergünstigungen und mehr Upgrades. Als Mitglied in der höchsten Stufe kriegt man garantiert bei Verfügbarkeit beim Check-In gratis ein Upgrade in eine Suite. Mehr Infos auch über den Link Golden Circle in www.shangri-la.com.
8. Quintessenz:
Ich wüsste nicht, was ich am Shangri-La kritisieren könnte... mir fällt spontan nichts ein! Es ist ein absolutes Top-Standard-Hotel mit einem Top-Serviceniveau trotz der Riesenanzahl von Zimmern. Die Lage ist auch relativ gut, aber meiner Meinung nach nicht so ganz optimal, da man immer erst mindestens 10 Minuten laufen muss, wenn man zum Skytrain will, oder ein Taxi nehmen will (die Taxis, die vor dem Hotel auf die reichen Ausländer lauern, sind in der Regel nicht gewillt, das Taxamater einzuschalten!). Trotzdem ist das Shangri-La natürlich ein absolut empfehlenswertes Hotel in Bangkok, für Leute, die ein klassisches Luxushotel mit Rundum-Betreuung wollen. Irgendwie ist es natürlich auch Geschmackssache ich habe mich im Shangri-La durchaus sehr wohl gefühlt, keine Frage, aber irgendwie ist mir ein moderneres Haus mit moderner Zimmereinrichtung, wie z. B. das Westin Grande Sukhumvit, lieber. Aber das ist wirklich nur ein marginaler Punkt, der meine Entscheidung, hier 100 Punkte zu vergeben, nicht im geringsten beeinträchtigt.